Rund um Zwettl in der Nazizeit

Anläßlich des Besuchs mit FreundInnen in der näheren Umgebung von Zwettl, habe ich mich mit den Geschehnissen in dieser Gegend während der  Nazizeit beschäftigt. Bei meiner Recherche verwendete ich die Bände 2 und 3 „Widerstand und Verfolgung in Niederösterreich“. Herausgeber ist das Dokumentationsarchiv des Österreichischen Widerstands. 

Tätigkeit für die Kommunistische Jugend:
Am 31.5.1943 wurde die Postinspektorsanwärterin Sophie Vitek wegen Betätigung für den KJVÖ festgenommen, weil sie bei der Beschriftung von Briefumschlägen, die zur Versendung der kommunistischen Flugschrift „Der Soldatenrat“ bestimmt waren, mitgeholfen hat.

Die Landwacht hilft den Nazi-Schergen:
In der Zeit von 18. bis 20. September 1943 sind 130 französische Offiziere aus dem „Oflag“ (Offizierslager) Edelbach durch einen Stollen ausgebrochen. Bis zum 9. Oktober wurde wiederum 113 Offiziere aufgegriffen werden. Dabei haben sich die Männer der Landwacht (Hilfspolizei, die aus Männern der Gegend rekrutiert wurde – sie versahen ihren Dienst in Zivil und hatten das Recht Waffen hu tragen) besonders hervor getan.

Arbeiterwiderstand
Eugen Nicol, ein französischer Zivilarbeiter hat im Februar 1944 an versandbereiten Mehlsäcken die Inschrift „Heil Stalin“ angebracht. Er hat dadurch das Verbrechen der Vorbereitung zum Hochverrat begangen und wurde von den NS-Richtern zu 3 Jahren Zuchthaus verurteilt.

Grausame Erschießungen in den letzten Kriegstagen durch die SS:
In den letzten Kriegstagen in der Zeit zwischen dem 3. und 30. April 1945 wurden im Raum Zwettl 46 Deserteure erschossen. Am 5. April erschoß ein höherer SS-Offizier einen Bauernbursche , weil dieseres gewagt hatte, eine abfällige Bemerkung über den Krieg bzw. die Aussichtslosigkeit der Situation zu machen. Dieser Offizier drohte auch dem Ortspfarrer mit dem Erschießen, weil dieser sich gegen zwangweise Evakuierungen geäußert hatte.